Zürcher Ärzte sind für Patienten da – gerade in Corona-Zeiten

8 Apr 20
AGZ

Corona-Angst vor einem Arztbesuch ist unbegründet. Bei Beschwerden sind die Zürcher Ärzte mit Rat und Tat für ihre Patienten da!

Ein Aufruf von Dr. med. Josef Widler, Präsident der Ärztegesellschaft Zürich 

Das Behandlungsverbot des Bundesrats betreffend nicht dringliche Eingriffe und Therapien greift. Die Zürcher Ärzte haben verschiebbare Behandlungen und Kontrollen auf später verlegt; die sonst randvollen Terminkalender sind nahezu leer.

Auch die Patienten verstehen die Notwendigkeit, zuhause zu bleiben. Dieses Verständnis geht manchmal aber gar zu weit. Wenn Patienten bei akuten Schmerzen und Beschwerden, die Anzeichen für lebensbedrohliche Erkrankungen sein könnten, oder auch für notwendige Kontrollen zu chronischen Krankheiten aus Angst vor einer Corona-Ansteckung den Arzttermin scheuen, kann es für den Einzelnen zu wesentlich schlimmeren Folgeschäden kommen. Lassen Sie mich einige Beispiele aus der Hausarztpraxis nennen.

«Ich bin doch nur gestolpert und hingefallen, mir geht es doch schon wieder gut.»

In normalen Zeiten kommt es recht häufig vor, dass ältere Menschen nach einem Sturz zuhause den Arzt konsultieren. Oft ist ihnen nur noch etwas schwindelig, sie haben eventuell leichte Sehstörungen oder spüren Arme und Beine nicht wie sonst. Oft höre ich dann: aber Herr Doktor, mir geht es doch eigentlich schon wieder gut, ich bin doch nur hingefallen. Diese harmlos tönenden Beschwerden sind aber gar nicht so ohne, sondern können sogenannte «minor strokes» d.h. Vorboten eines Schlaganfalls sein. Bei deren schneller und richtiger Behandlung kann ein zweiter Schlaganfall vermieden werden.

Die Patienten oder ihre Angehörigen würden also auch in Corona-Zeiten gut daran tun, bei Vorboten eines Schlaganfalls rasch den Arzt zu konsultieren. Seit dem Behandlungsverbot stellen wir einen Rückgang dieser Fälle um ca. 25% fest. Das könnte bedeuten, dass viele Schlaganfall-Gefährdete wegen der Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus nicht zum Arzt gehen, und damit einen schweren Krankheitsverlauf und Folgeschäden im Gehirn riskieren.

«Mein Zucker schwankt in letzter Zeit etwas, aber das bekomme ich selbst in den Griff.»

Viele Diabetiker kennen ihre Werte gut und wissen, wie mit ihren Medikamenten und der Krankheit umzugehen ist. Trotzdem sind regelmässige Kontrollen beim Arzt ratsam, um auf die Entwicklung der Krankheit rechtzeitig zu reagieren. Solche Kontrollen können bei gut eingestellten Diabetikern aber ausnahmsweise auch mal um 2-3 Monate auf später verschoben werden. Die betreuenden Ärzte haben dies zur Vermeidung unnötiger Konsultationen in Corona-Zeiten getan.

Sport und allgemeine Bewegung haben grossen Einfluss auf die Behandlung von Zuckerkranken. Wer nun im Corona-Alltag weniger unterwegs ist und auch in der Freizeit nur noch eingeschränkt Sport treiben kann, dem können die Blutzuckerwerte auch dauerhafter als gewohnt durcheinandergeraten. In solchen Situationen ist es ratsam, den Arzt anzurufen. Die Ärztinnen und Ärzte haben für dringende Patientenanliegen auf jeden Fall immer Zeit. Und wenn der eigene Arzt nicht erreichbar sein sollte, hilft das AERZTEFON rund um die Uhr immer weiter. Es gibt keinen Grund, einen Zuckerschock zu riskieren.

«Das Stechen auf der Brust ist sicher psychisch…»

«Das Corona-Virus hat mich in Angst versetzt. In den letzten Tagen verspüre ich immer wieder ein Stechen auf der Brust. Das ist sicher psychisch, das geht sicher wieder vorbei.» Es ist tatsächlich möglich, dass die Aufregung des Patienten seine Beschwerden das Stechen verursacht. Es ist aber wichtig, dass er solche Vorkommnisse mit seiner Hausärztin bespricht. Sie wird beurteilen, ob sich hinter diesen Beschwerden eine Herzkrankheit verbergen kann und weitere Abklärungen und Behandlungen notwendig sind.

«Mir geht es einfach nicht gut…»

Wenn jetzt nicht Corona-Zeit wäre, würden Menschen mit diffusen Beschwerden ihre Ärzte konsultieren und einen Check-up verlangen. Da die Ärzte jetzt bekanntlich keine Check-ups durchführen dürfen, verzichten diese Menschen nun gleich ganz auf einen Anruf bei der Hausärztin. Aber auch Check-up ist nicht gleich Check-up. Ja es ist korrekt, die Ärzte sollen keine Vorsorge-Check-ups bei Gesunden durchführen, aber wer sich nicht gut fühlt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Angst vor einem Arztbesuch ist unbegründet

Die Ärztinnen und Ärzte sowie ihre MPA und technischen Angestellten halten sich an die Hygienemassnahmen und gehen verantwortungsvoll damit um. Sie tun alles, um ihre Patienten und sich selbst vor Ansteckungen zu schützen – egal ob die Krankheit COVID-19, saisonale Grippe oder anders heisst. Das ist derzeit nicht immer einfach, weil es zeitweise an Material mangelt. Die Fachleute in den Praxen können die Risiken für sich und den einzelnen Patienten aber gut einschätzen. Sie wägen ab und beraten ihre Patienten, ob ein Ansteckungsrisiko auf dem Weg zum Arzt oder beim Arzt höher ist, als das Risiko, eine notwendige Untersuchung oder Behandlung aufzuschieben.

Besorgte Patienten, die unsicher sind, ob sie in Corona-Zeiten wegen eines anderen Gesundheitsproblems zum Arzt gehen sollen oder nicht, können sich vertrauensvoll an ihren Hausarzt oder den Facharzt ihrer Wahl wenden. Sie erhalten eine kompetente Auskunft und einen guten Rat.

Die Zürcher Ärzte sind für die Patienten da: per Telefon, falls möglich online mit Video, per E-Mail und persönlich in den Praxen oder auf Hausbesuch in Notfällen.

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