Herr Bundesrat Berset, ziehen Sie die schädliche KVG-Teilrevision zurück!

Verschlechterung der ärztlichen Grundversorgung
13 Dez 18
AGZ

Mit den Vorschlägen des Bundesrats werden nicht mehr alle von einer gleich guten Gesundheitsversorgung profitieren können. Die Zürcher Ärzte kämpfen für ihre Patienten, notfalls mit einem Referendum.

Zurzeit werden viele Leistungen, die bisher in Spitälern stationär erbracht wurden, ambulant durchgeführt (Strategie «ambulant vor stationär»). Das ist im Sinne der Patienten, weil es sie weniger belastet. Und ambulante Leistungen sind kostengünstiger als stationäre Spitalaufenthalte.

Nun will der Bundesrat mit seiner KVG-Teilrevision ausgerechnet die ambulanten Leistungen mengenmässig begrenzen und ein Globalbudget einführen. Das führt unweigerlich zu einer Rationierung ambulanter Leistungen im grossen Stil, das heisst: es können nicht mehr alle medizinisch notwendigen Leistungen für alle Patienten erbracht werden.

Ein besonderes Qualitätsmerkmal des Schweizer Gesundheitssystems ist, dass die gesamte Bevölkerung, unabhängig von sozialem Status, Einkommen, Alter, Krankheit oder Behinderung einen guten Zugang zu Gesundheitsleistungen hat. Dadurch unterscheidet sich der Gesundheitszustand der verschiedenen sozioökonomischen Gruppen in der Schweiz weniger stark als in anderen Ländern.

Diese hohe Versorgungsqualität für alle wird es bei einer Umsetzung der vom Bundesrat vorgeschlagenen KVG-Revision nicht mehr geben. Das, obwohl diese einschneidenden Massnahmen aus finanzieller Sicht gar nicht nötig wären. Das Gesamtsystem ist gut finanzierbar. Der Bevölkerung heute steht im Durchschnitt trotz Prämiensteigerungen wesentlich mehr Geld für Konsumzwecke zur Verfügung als vor 10 Jahren. Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen könnten durch Prämienverbilligungen oder andere Finanzierungslösungen besser geschützt werden, wenn es politisch gewollt wäre.

Die AGZ zeigt in Ihrer Stellungnahme auf, welche Konsequenzen durch die KVG Teilrevision drohen und welche Alternativen es gibt. Die AGZ lehnt eine Gesundheitsreform nicht ab. Sie muss nur anders aufgegleist werden als es der Bundesrat mit seinem technokratischen, auf «Experten» gestützten Ansatz tut. Den hohen Kosten muss der hohe Nutzen der guten Versorgung für alle gegenüberstellt werden. Und die Versorgung muss auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestützt sein – der Patienten, die die Leistungen benötigen und der Ärzte, die die Leistungen zu erbringen haben. Wie das die Betroffenen sehen, untersucht die AGZ zurzeit mit einer Studie eines anerkannten Forschungsinstituts – die Ergebnisse werden im April 2019 vorliegen.

Lesen dazu die Stellungnahme der AGZ mit der Aufforderung an den Bundesrat die unnötige und für die Bevölkerung nur schädliche KVG-Teilrevision zurückzuziehen.

Allgemein

Downloads:
agz_vernehmlassungsantwort_teilrevision_kvg_kostendaempfung_paket_1_20181121.pdfAGZ Vernehmlassungsantwort zu KVG-Teilrevision Kostendämpfungspaket 1

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