Abwanderung aus der ärztlichen Tätigkeit

7 Sep 16

Abwanderung aus der ärztlichen Tätigkeit und Massnahmen dagegen. 

Eine Studie im Auftrag der FMH und des VSAO. 

Wie eine vom Verband der Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte VSAO und von der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH in Auftrag gegebene Studie aufzeigt, geben rund 80 von 800 jährlich ausgebildeten Ärzten den Beruf vor Erreichung des Pensionsalters auf.  Die meisten von ihnen ziehen auch keinen Wiedereinstieg in Betracht. Angesichts des zunehmenden Ärztemangels sind diese Ergebnisse alarmierend.

Im Rahmen der Studie wurden 1107 Personen befragt, die das Medizinstudium zwischen 1980 und 2009 in der Schweiz abgeschlossen haben und bei denen Hinweise bestehen, dass sie möglicherweise die ärztliche Tätigkeit aufgegeben haben. Ziel war es, die effektive Anzahl der Berufsaussteiger zu untersuchen, wer sie sind, und welche Gründe sie zu dieser Entscheidung bewegt haben. Weiter stellte sich die Frage, unter welchen Bedingungen sie die ärztliche Tätigkeit wieder aufnehmen würden.

Der Anteil an Ärzten, die den Beruf im Verlaufe ihrer Laufbahn aufgeben, wird auf 8.4 bis 12.9 Prozent geschätzt. Ärztinnen ziehen sich aus der praktischen Tätigkeit etwas häufiger und früher zurück als ihre männlichen Kollegen. 

Frauen beklagen die mangelnde Vereinbarkeit der Berufstätigkeit mit der Kinderbetreuung oder begründen ihre berufliche Neuorientierung mit der Karriere ihres Partners. Argumente, die von Männern kaum angeführt werden, für die eher die berufliche Weiterentwicklung relevant ist.

Das Arbeitspensum wurde am häufigsten als Ausstiegsgrund genannt. Vor allem Ärzte mit abgeschlossener Aus- und Weiterbildung brachten zudem unbefriedigende Laufbahnperspektiven vor. Zahlreiche Befragte erklärten ihren Wechsel den auch mit attraktiven Alternativen.

Damit mehr Ärztinnen und Ärzte ihrem Beruf treu bleiben, so legen es die Ergebnisse der Studie nahe, müssten die Rahmenbedigungen des Berufsalltags attraktiver und familienfreundlicher gestaltet werden. Vor allem Einsatzzeiten, Arbeitspensen und –inhalte gilt es zu betrachten. Dies würde insbesondere den Frauen entgegen kommen und sie auch zu einem Wiedereinstieg motivieren.

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