Die Ärzte akzeptieren Tarif murrend

Samstag, 14. Januar 2017
AGZ

GESUNDHEITSPOLITIK - Im Dezember hat der Regierungsrat den Taxpunktwert für das Jahr 2017 auf 89 Rappen festgelegt. Die Ärztegesellschaft verzichtet auf einen Rekurs.

Erschienen am 14.01.2017 im Landbote, Autor: Patrick Gut

Für das Jahr 2017 dürfen Arztpraxen für ambulante Leistungen weiterhin einen Taxpunktwert von 89 Rappen verrechnen. Der Regierungsrat hat den Wert provisorisch so festgelegt, weil sich die Ärzte und die Krankenversicherer nicht auf einen Wert einigen konnten. Die Versicherer verlangten eine Senkung auf 88 Rappen, die Ärzte forderten einen Franken. Als das System 2004 eingeführt wurde, galt für den Kanton Zürich ein Taxpunktwert von 97 Rappen.

Der Regierungsrat hat jetzt ein Jahr Zeit, um sich eine Meinung zu bilden. Dann muss er einen definitiven Taxpunktwert festsetzen. Die Ärztegesellschaft des Kantons Zürich (AGZ) hat an ihrer Vorstandssitzung diese Woche entschieden, nicht gegen den provisorischen Taxpunktwert zu rekurrieren. «Wir müssen den provisorischen Tarif wohl oder übel akzeptieren. Die Erfolgsaussichten mit einem Rekurs vor Bundesverwaltungsgericht erschienen uns zu gering», sagt Michael Kohlbacher, Generalsekretär der AGZ.

Aus Sicht der Ärztegesellschaft hätte der Regierungsrat allerdings den Ärzten ohne weiteres etwas entgegenkommen können, indem er den provisorischen Taxpunktwert ein paar Rappen höher angesetzt hätte. Für Kohlbacher bleibt jetzt abzuwarten, was die Gesundheitsdirektion unternehmen wird. Vermutlich würden Versicherer und AGZ zu einem Gespräch eingeladen.

Einen definitiven Taxpunktwert von 89 Rappen oder weniger werde die AGZ nicht akzeptieren. Das stellt Kohlbacher bereits jetzt in Aussicht: «Dagegen würden wir Rechtsmittel ergreifen.» Die AGZ argumentiert, der heutige Taxpunktwert im Kanton Zürich sei derart tief, dass die ambulante Versorgung langfristig nicht mehr gewährleistet sei. Junge Ärztinnen und Ärzte könnten es sich kaum noch leisten, eine eigene Praxis zu gründen. Ältere Ärzte fänden für ihre Praxen nur mit grosser Mühe Nachfolger.

Die Aerzte akzeptieren Tarif murrend

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