Verlängerung der TARMED-Verträge: Zürcher Ärzte warnen vor den negativen Folgen des heutigen Entscheids des Regierungsrates.

Verschlechterung der ärztlichen Grundversorgung
Donnerstag, 22. Dezember 2016
AGZ

Der Regierungsrat hat die bisherigen kantonalen TARMED Verträge um 1 Jahr verlängert – der Taxpunktwert bleibt somit für 2017 provisorisch bei 89 Rappen. Die Zürcher Ärzte warnen vor einer weiteren Verschlechterung der ärztlichen Grundversorgung. Sie verstehen nicht, dass ihr Lösungsvorschlag für einen fairen Taxpunktwert nicht Gehör gefunden hat und erwägen derzeit, gegen den Entscheid zu rekurrieren.

Medienmitteilung vom 22. Dezember 2016

Josef Widler, Präsident der AGZ AERZTEGESELLSCHAFT DES KANTONS ZUERICH, zeigt sich am Vorabend von Weihnachten ernüchtert über die Festsetzung: „Nach den vielen guten Gesprächen mit den Behörden, gab es doch einigen Anlass für eine Besserung der Situation. Wir haben unseren Anteil für strategisch nachhaltige und faire Lösungen im Interesse der Gesundheitsversorgung geleistet.  Wir haben nachgewiesen, dass die Arztpraxen im Kanton Zürich mit dem aktuellen Taxpunktwert von 89 Rp nicht mehr kostendeckend arbeiten können. In den Kantonen Genf und Waadt mit ähnlich hohen Betriebskosten der Ärzte gibt es Taxpunktwerte von 96 und 97 Rp. In Zürich wird seit Jahren auf Kosten der Ärzte gespart. Auch wenn der Kanton noch Zeit braucht, um unsere Berechnungen zu überprüfen, wäre eine Taxpunktwerterhöhung im Jahr 2017 dringend nötig gewesen, um zu einer Entspannung der Situation beizutragen.“

Die Arztpraxen brauchen eine betriebswirtschaftliche Basis, um langfristig bestehen zu können. Ein korrekt veranschlagter Taxpunktwert ist essentiell. Dieser ist auch im langfristigen Interesse des Kantons. Ziel muss die Sicherung einer guten Gesundheitsversorgung aller Menschen im Kanton Zürich sein. Der heutige Taxpunktwert im Kanton Zürich ist so tief, dass die ambulante Versorgung langfristig nicht mehr gewährleistet ist. Junge Ärztinnen und Ärzte können sich kaum noch leisten, eine eigene Praxis zu gründen. Ältere Ärzte finden für ihre Praxen nur mit grosser Mühe Nachfolger. Diese negative Entwicklung muss aufgehalten werden.

Die Zürcher Ärzte werden diesen Entscheid des Regierungsrates nicht einfach so hinnehmen und erwägen derzeit, im neuen Jahr Rechtsmittel dagegen zu ergreifen.

Gemäss der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich ist es deshalb höchste Zeit, die Augen zu öffnen und nicht mehr vor der Wirklichkeit zu verschliessen.  Es kann nicht sein, dass man noch ein weiteres Jahr mit der Lösung der Probleme zuwartet und immer wieder falsche Signale in den Gesundheitsmarkt sendet.

Erläuterung:
Seit 2004 werden ambulante Leistungen nach Tarmed verrechnet. Der Rechnungsbetrag setzt sich zusammen aus der Anzahl Taxpunkten, welche in der Tarifstruktur den Wert der Leistung angibt, multipliziert mit dem kantonal unterschiedlichen Taxpunktwert. In der Tarifstruktur wurden die Leistungen bei einem Taxpunktwert von 1 Franken so berechnet, dass Ärztinnen und Ärzte bei durchschnittlichen Schweizer Kosten ihre Leistungen kostendeckend erbringen können. Der kantonale Taxpunktwert soll regionale Unterschiede bei den Kosten wie Praxismieten, Löhnen für die MPA usw. ausgleichen, und dafür um 1 Franken schwanken. Auf 2017 verlangten die Versicherer erneut eine Kürzung auf 88 Rappen. Zu diesen Preisen können ambulante Arztpraxen im teuren Kanton Zürich aber schlicht und einfach nicht kostendeckend arbeiten.

Medienkontakt

Josef Widler, Präsident AGZ AERZTEGESELLSCHAFT DES KANTONS ZUERICH  

josef.widler@agz-zh.ch

Telefon: 079 448 79 48

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